Freitag, 14. November 2008

Erste Hubble-Fotos von Exoplaneten

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Weltraumteleskop Hubble knipst "Fomalhaut B"

Mit Hilfe einer Spezialkamera des Weltraumteleskops "Hubble" ist es US-Wissenschaftlern gelungen, die ersten Fotos eines Planeten 25 Lichtjahre außerhalb unseres Sonnensystems zu schießen. Der Planet ähnele dem Gasplaneten Jupiter und liege im Sternbild des Südlichen Fisches, sagte Paul Kalas von der US-Universität Berkeley, dessen Team die Ergebnisse veröffentlichte.



Taufname: Fomalhaut B
Der sogenannte Exoplanet umkreist den 25 Lichtjahre entfernten Stern Fomalhaut am Südhimmel, wie das europäische "Hubble"-Zentrum in Garching bei München berichtete. Er ist den Berechnungen zufolge etwa dreimal so massereich wie der größte Planet unseres eigenen Systems, der Jupiter. Astronomen hatten seit langem einen Planeten bei Fomalhaut vermutet, aber erst jetzt ließ sich der Trabant ablichten. Er erscheint als winziges Lichtpünktchen auf dem Bild und wurde Fomalhaut B getauft.

Nur noch eine Milliarde Jahre zu leben
Chancen für Leben dürfte es im Fomalhaut-System kaum geben: Der Stern verbraucht seinen Brennstoff so rasch, dass er schon in etwa einer Milliarde Jahren ausgebrannt sein wird. "Das bedeutet, dass es wenig Gelegenheit für die Entwicklung fortgeschrittenen Lebens auf irgendeinem bewohnbaren Planeten gibt, den dieser Stern vielleicht besitzt", erläuterte das europäische Hubble-Zentrum in Garching.

Es ist nicht die erste Entdeckung eines Systems aus mehreren Planeten bei einem anderen Stern, aber nach Angaben der Astronomen das erste Mal, dass ein solches System direkt abgelichtet werden konnte. "Wir haben seit acht Jahren versucht, Planeten abzubilden - ohne Erfolg", erläuterte Bruce Macintosh aus dem Entdeckerteam. "Endlich haben wir ein echtes Bild eines ganzen Systems. Das ist ein Meilenstein in der Suche und der Einordnung von Planetensystemen."

Planetensystem bei anderem Stern abgelichtet
Einer zweiten Forschergruppe um Christian Marois vom kanadischen Forschungsrat ist es gelungen, erstmals ein System mehrerer Planeten bei einem anderen Stern abzulichten. Gleich drei sogenannte Exoplaneten fanden sie auf ihrer Infrarot-Aufnahme bei der 130 Lichtjahre entfernten Sonne HR 8799 im Sternbild Pegasus. Die Forscher schätzen das Planetensystem auf ein Alter von rund 60 Millionen Jahre.




Neue Welten wie am Fließband
Eine neue Phase der Planetenforschung beginnt: Gleich vier Planeten stehen neu auf der Liste der bekannten Exoplaneten.
Link zu FOCUS-Redakteur Michael Odenwald

Nicht einen, nicht zwei – nein, gleich drei Planeten haben nordamerikanische Astronomen in einem einzigen fernen Sonnensystem fotografiert. Das Füllhorn an neuen Beobachtungen war damit aber noch nicht geleert. Einer anderen Forschergruppe gelang ein Schnappschuss eines Trabanten, der den Stern Fomalhaut umkreist. Damit ist die Planetenforschung in eine neue Phase getreten. Denn bislang konnten die Planetenjäger Trabanten, die um ferne Sterne kreisen, nur indirekt aufspüren. Zumeist wurden sie durch die „Wackelbewegung“ ihrer Sonnen entdeckt, die ausgelöst wird, wenn sie von der Schwerkraft ihrer Begleiter bei einem Umlauf hin und her gezerrt werden. Das Quartett kommt nun neu auf die Liste der 322 bekannten Exoplaneten.



Christian Marois vom kanadischen Forschungsrat
The Herzberg Institute of Astrophys, Canada
Hubble-Zentrum in Garching im Entdeckerteam Bruce Macintosh,
Deutschland
ARD
tagesschau.de

Freitag, 18. Juli 2008

Platz zwei der hellsten Sterne

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Forscher entdecken in der Milchstraße extrem leuchtkräftigen Himmelskörper

Der hellste Stern in der Milchstraße hat Konkurrenz bekommen: Deutsche Astronomen haben in einem Sternennebel nahe dem Zentrum unserer Galaxie einen Stern ausgemacht, der rund 3,2 Millionen Mal soviel Energie aussendet wie unsere Sonne. Damit liegt der wegen seiner Form und Farbe vorläufig Pfingstrosen-Nebelstern genannte Himmelskörper zwar leicht unter der Helligkeit des Rekordhalters Eta Carina, doch sind solche Helligkeitsmessungen so ungenau, dass er durchaus noch an die Spitze aufrücken könnte. Die Helligkeit des Pfingstrosen-Nebelsterns haben Astronomen um Lidia Oskinova vom der Universität Potsdam mit Messdaten des Weltraumteleskops Spitzer berechnet, teilt die amerikanische Weltraumbehörde Nasa mit, die Spitzer unterhält.

Die Forscher richteten das Spitzer-Weltraumteleskop und eine weiteres Teleskop der Europäischen Südsternwarte in Chile auf den Pfingstrosen-Nebel im Sternbild Schütze. Infrarotes Licht durchdringt diesen Nebel im Gegensatz zu sichtbarem Licht, so dass sie den im Nebel verborgenen Stern weiter untersuchen konnten. Aus den heftigen Emissionen, vergleichbar dem Sonnenwind, konnten sie auf die vermutete Helligkeit von 3,2 Millionen Sonnen schließen. Der Rekordhalter Eta Carinae im Sternbild Kiel des Schiffes im Südhimmel liegt mit der 4,7-millionenfachen Sonnenemission etwas darüber.

Die Forscher interessieren sich allerdings weniger dafür, wer den Rekord hält oder bricht, sondern wie diese Sterne überhaupt existieren können. Beide Sterne gehören zu den sogenannten Wolf-Rayet-Sternen, blauen Riesen, die etwa 100 bis 200 Sonnenmassen auf die Waage bringen. Der Pfingstrosten-Nebelstern hat einen Durchmesser vom 100-fachen der Sonne. Die Forscher schätzen, dass er nicht sehr alt werden wird. In wenigen Millionen Jahren wird er sein Leben als Sternenexplosion, einer sogenannten Supernova, aushauchen.

Schon jetzt erreicht der von ihm ausgehende Sonnenwind Geschwindigkeiten von über einer Million Kilometer pro Stunde. Erst mit einem verfeinerten Modell dieses Teilchenstroms konnten die Forscher die Beobachtungsdaten des Sterns zuverlässiger interpretieren. Der Teilchenstrom ist vermutlich die Ursache für den umgebenden Nebel, erläutern die Forscher.

ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer
Mitteilung der NASA
17.07.2008 - Astronomie




Für weitere Informationen:
http://www.spitzer.caltech.edu/spitzer
und
http://www.nasa.gov/spitzer

Samstag, 21. Juni 2008

Trio von Super-Erden entdeckt

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Einer von drei Sternen könnte Planeten besitzen

Astronomen ist ein Durchbruch bei der Suche nach extrasolaren Planeten gelungen: Sie entdeckten gleich drei Super-Erden – Planeten mit weniger als der zehnfachen Erdmasse - in der Umlaufbahn um den sonnenähnlichen Stern HD 40307. Nach Ansicht der Wissenschaftler deutet alles darauf hin, dass sogar einer von drei sonnenähnlichen Sternen Planeten besitzen könnte.

Seit der Entdeckung des ersten Planeten um einen fremden Stern im Jahr 1995 haben Astronomen mehr als 270 Exoplaneten ausfindig gemacht. Die meisten von ihnen umkreisen sonnenähnliche Sterne, sind jedoch Gasriesen wie Jupiter oder Saturn. Nach jetziger Statistik wird rund einer von 14 Sternen von solchen Planeten umkreist. So genannte Super-Erden, Planeten mit Massen geringer als Uranus und Neptun, die rund 15fache Erdmasse besitzen, sind dagegen bisher eher selten gefunden worden. Ihr Nachweis scheiterte bisher an den noch unzureichenden technischen Möglichkeiten.

„Beherbergt vielleicht sogar jeder Stern Planeten? Und wenn ja, wie viele?“, fragt Planetenjäger Michel Mayor vom Genfer Observatorium. „Noch kennen wir die Antworten nicht, aber wir machen große Fortschritte.“ Denn inzwischen können Astronomen mit neuen Instrumenten immer weiter und präziser ins All hinaus blicken. „Mit Entwicklungen wie dem HARPS Spektrograph am 3,6 Meter Teleskop der europäischen Südsternwarte in La Silla können wir nun auch kleinere Planeten der Größenordnung zwischen der zwei- und zehnfachen Erdmasse entdeckten“, erklärt sein Kollege Stéphane Udry.

Drei Planeten auf einen Streich
Mithilfe von HARPS entdeckten die Astronomen ein System von gleich drei Super-Erden um einen normalen, sonnenähnlichen Stern. HD 40307 hat eine etwas geringere Masse als unsere Sonne und liegt 42 Lichtjahre entfernt zwischen den am Südhimmel sichtbaren Konstellationen Doradus und Pictor. „Wir haben sehr präzise Messungen der Geschwindigkeit des Sterns über die letzten fünf Jahre hinweg durchgeführt“, so Mayor. „Sie enthüllen klar die Präsenz von drei Planeten.“

Die Schwankungen, die die Planeten durch ihre Schwerkraft in der Geschwindigkeit des Zentralsterns verursachen, sind winzig, gerade einmal ein paar Meter pro Sekunde. Kein Wunder, ist ihre Masse doch rund hunderttausendmal kleiner als die ihres Sterns. Nur dank der extremen Sensitivität des HARPS-Instruments konnte diese Veränderungen überhaupt nachgewiesen werden.

Aus den Werten können die Astronomen sogar auf die Größen und Umlaufgeschwindigkeiten der drei Planeten schließen. Der innerste hat 4,2 Erdmassen und umkreist den Zentralstern in nur 4,3 Tagen, der zweite wiegt 6,67 Erdmassen und braucht 9,6 Tage für einen Umlauf und der dritte, äußerste, besitzt die 9,4 fache Erdmasse und hat eine Umlaufzeit von 20,4 Tagen.

Spitze des Eisbergs
„Es scheint klar, dass diese Planeten nur die Spitze eines Eisbergs sind”, so Mayor. „Die Analyse aller Sterne, die wir bisher mit HARPS untersucht haben, zeigt, dass rund ein Drittel aller sonnenähnlichen Sterne entweder Super-Erden oder Neptun-ähnliche Planeten mit Orbitalperioden kürzer als 50 Tage besitzen.“ Da Planeten in einer engen, kurzen Umlaufbahn leichter zu entdecken sind als solche auf weiten, äußeren Orbits, ist es vor allem dieser Typ, der bisher die Entdeckungen dominiert. Doch die Forscher sind sic h sicher, dass im Weltraum noch jede Menge weiterer, auch noch erdähnlicherer Planeten auf ihre Entdeckung wartet.

Es ist höchst wahrscheinlich, dass es noch viele andere Planeten gibt: Nicht nur Super-Erden und Neptun-ähnliche mit längeren Perioden, sondern auch erdähnliche die wir bisher noch nicht entdecken können“, so Udry. „Wenn man dann die bereits bekannten Jupiter-ähnlichen Planeten dazu zählt, dann kommt man sehr schnell zu dem Schluss, dass Planeten ziemlich verbreitet sind.“


(NPO,ESO,17.06.2008)
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Samstag, 25. August 2007

Das größte Nichts im Universum

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US-Astronomen entdecken riesige Leere

Wohl selten hat sich jemand über so viel Nichts so gefreut wie Lawrence Rudnick. Der US-Astronom entdeckte Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt einen riesigen Bereich gähnender Leere. Das mache bisherige Theorien zur Entstehung des Universums wertlos, meint er.

Von Frank Aischmann, ARD-Hörfunkstudio Washington


Eigentlich hat Astronomieprofessor Lawrence Rudnick nichts gefunden. Das allerdings ziemlich umfangreich: "Das größte Nichts im Universum", nennt er seine Entdeckung stolz.
Sein Team von der Universität Minnesota entdeckte sechs bis zehn Milliarden Lichtjahre von uns entfernt mit einem Radioteloskop einen riesigen Bereich - und der ist schlicht und einfach eines: leer. Die Region war den Astronomen bereits vorher aufgefallen, weil die kosmische Hintergrundstrahlung hier besonders schwach ist - der Bereich also "kälter" ist, wie Astronomen sagen.

Eine Milliarde Jahre im Nichts
Das Loch liege südwestlich vom Sternbild Orion, erklärt Rudnick. Und um eine Vorstellung der gigantischen Ausdehnung zu geben, macht er folgende Rechnung auf: Wer mit Lichtgeschwindigkeit reise, erreichte in acht Minuten die Sonne und in einigen Jahren den nächsten Stern, sagt er. "Wenn sie aber in das Loch fliegen, würde es eine Milliarde Jahre dauern, bis sie es auf der anderen Seite wieder verlassen könnten."
Das ist eigentlich unvorstellbar. Und mit bisherigen Modellen nicht zu erklären. Trotzdem gehen die Astronomen aus Minnesota davon aus, das Nichts richtig beobachtet und gemessen zu haben.

Nur eine Erklärung: "pure Leere"
Sein Team habe es physikalisch durchgerechnet, sagt Rudnick. Was ist nötig, damit die kosmische Hintergrundstrahlung so abnimmt, wie beobachtet? Ihre Antwort sei eindeutig: "pure Leere". Vielleicht sei da mal ein Stern hier oder eine Galaxie da, aber im Vergleich zur Umgebung sei der Bereich tatsächlich leer. Ob sie absolut sicher seien? "Nein", sagt Rudnick. Vielen Wissenschaftlern werde die Idee so viel absoluter Leere nicht gefallen und sie werden Gegenvorschläge vorlegen, meint er. "Aber das ist ja genau das Tolle an unserer Forschung."

Lawrence Rudnick selbst spricht von einer so großen Überraschung, dass die möglichen wissenschaftlichen Konsequenzen noch nicht abzusehen seien: "Es ist einfach zu früh, das zu sagen." Aber die bisherigen Theorien zur Entwicklung des Universums - mit Clustern, Superclustern, Galaxien - passten nicht zu ihren Beobachtungen. Die Konsequenzen seien weitreichend: "Wir werden unsere Vorstellung über die Bildung von Strukturen im Universum wohl verändern müssen."


Source:
tagesschau.de